In unregelmäßigen erhalte ich Grußpostkarten aus dem Wolkenreich, seltsamerweise immer in Schwarz-Weiß und auf der Rückseite meist eng beschrieben.

Wolkengruß 2 (16.05.2024)

Das Spiel mit der Sonne, 23.03.2024
Wolkenspiel mit der Sonne

In Minutenschnelle in wilder Horde über den Horizont jagen, ein tolles Vergnügen! Wir wissen, dass uns die Menschen darum beneiden. Auch um eines unserer Lieblingsspiele: das Spiel mit der Sonne. Wie winzig sie ist! Schauen Sie auf das erste Foto. Sie sehen den dunklen Wolkenzipfel vor der großen Helligkeit. Wenn Sie ganz nah heranzoomen, erkennen Sie am oberen linken Rand des Zipfels die runde Sonnenscheibe. Wie winzig sie ist! Ein mickriges Spielzeug für stattliche Wolken, trotz ihrer erstaunlichen Helligkeit, das müssen wir zugeben. Aber die Herrscher des Himmels sind wir, keine Frage. Denn wir bestimmen, wann und wo und wie lange und wie stark dieses Licht zu sehen ist. Wir dosieren es ganz nach unserem Gutdünken und lassen uns dabei von der Sonne keinerlei Vorschriften machen. Wie winzig sie ist!

Herzliche Grüße
Eure Wolken

Wolkengruß 1 (13.05.2024)

Lob des Lichtes 26.07.2023

Ein ganzer Himmel voller Wolken, Wolken überall, Wolken in allen Größen, in allen Formen, in allen Tönen von Weiß bis Schwarz, in allen Helldunkelabstufungen, Wolken von links bis rechts, von hoch oben bis unten zum Horizont, ein von Wolken berstender Himmel. Aber sichtbar werden sie erst durch ihre partielle Abwesenheit. Wir Wolken sind eben doch nicht überall. Der Himmel ist eben doch nicht ausgefüllt mit Wolken. Etwas Luft zum Atmen braucht nicht nur der Mensch. Wir lassen vor allem dem Licht diese schmalen Zwischenräume, die Wolkengassen, -spalten und -schluchten, in denen es sich voranarbeitet. Es fällt nicht einfach so herein, es kämpft sich mühsam nach unten vor, und manchmal trifft es sogar auf ein überraschtes Stück Kartoffelfeld. Bliebe das Licht ausgeschlossen, wäre das dräuende Gewölk nur eine langweilige grau-amorphe Masse, keinesfalls ein Motiv für eine Fotografie. So aber scheint es die Wolken aufzureißen, zu formen und zu modellieren, lässt sie an einigen Stellen fast überirdisch hell erstrahlen, lässt sich von ihnen an anderen Stellen aber aufsaugen, verzehren und in undurchdringliche Finsternis verwandeln. Der große Verbündete des Lichtes ist der Wind. Er fegt durch die Wolkenschichten, treibt sie an einigen Stellen auseinander, verwirbelt und verflüchtigt sie, nur um dann durch die selbst geschaffenen Öffnungen um so hemmungsloser einzufallen. An anderen Stellen schiebt er die Wolken übereinander, presst sie zusammen, häuft sie auf. Gemeinsam mit dem Licht schafft er so das Schwarz und das Weiß und das Dazwischen. Und wir Wolken lassen es gerne geschehen. Beste Licht-, Wind- und Wolkengrüße vom Niederrhein!